Die Kammermusik-Gemeinde e.V. Hannover ist ein gemeinnütziger Verein und besteht seit 1929. Im Verlauf ihrer Geschichte zeigen sich wichtige Aspekte in Kultur und Pflege der Kammermusik.

 
 

Heute

Heute hat die Kammermusik-Gemeinde e.V. Hannover neues Leben gewonnen. Die Satzung wurde der Zeit angepasst, Prospekte und Programmhefte werden überzeugender und frischer gestaltet. Durch einen modernen Auftritt und spannende Programmgestaltung unter der künstlerischen Leitung von Prof. Oliver Wille werden neue Zielgruppen für die Konzerte der Kammermusik-Gemeinde e.V. Hannover begeistert. In der Konzeption des Jahresprogramms kann man dem innovativen Leitgedanken nachspüren.
Für die Konzertreihe "Nahklang" werden sowohl international etablierte Künstler als auch junge, hoch qualifizierte Ensembles oder Solisten eingeladen, die bereits preisgekrönt sind und eine große Karriere vor sich haben.
Eine zeitgemäße Kommunikation bindet die sozialen Netzwerke ein und spricht so auch junges Publikum an.
Zu Beginn des Jahres 2017 erklärt sich die Landeshauptstadt Hannover zu einer zweijährigen Förderung der Kammermusik-Gemeinde Hannover bereit, mit der Option auf Verlängerung.
Außerdem gibt es enge Kontakte mit neuen Kooperationspartnern, die im Rahmen des Umzugs in die neue Spielstätte, der Orangerie der Herrenhäuser Gärten, entstehen konnten: Die Zusammenarbeit mit den Herrenhäuser Gärten und der Schlossküche Herrenhausen ermöglicht dem Publikum im Rahmen des Konzertabends freien Eintritt in die Herrenhäuser Gärten sowie exklusiv ein kulinarisches Angebot der Schlossküche in Anspruch zu nehmen.

 

"Mit dem sich schnell entwickelnden Musikleben in Hannover wurden viele international bedeutende Künstler und Formationen eingeladen."

 
 

1978

Eine neugefasste Satzung wurde verabschiedet, die noch wesentliche Elemente der Satzung von 1929 enthielt. Auch die Programmstruktur entsprach der Glanzzeit des Vereins. Gleichwohl war die Mitglieder-/Abonnentenzahl rückläufig, so dass der akustisch vorzügliche jedoch unbequeme Beethovensaal im HCC nicht ohne weiteres gefüllt werden konnte.

1946
— 1965

In den Jahren nach 1950 erwarben sich die Konzerte der Kammermusik-Gemeinde einen überregionalen, ja sogar internationalen Ruf. Es gelang zudem international bedeutende Kammermusiker, wie das Végh-Quartett, für ganze Konzertreihen zu gewinnen. In der Zeit von 1946 bis 1965 stieg die Mitgliederzahl, die damals mit der Abonnentenzahl gleichgesetzt wurde, von etwa 700 auf über 1400. Da das Fassungsvermögen des Beethovensaals nicht genügte, wurden jeweils zwei Konzertabende angeboten. Kurze Zeit wurden sogar der Kuppelsaal genutzt, um allen Abonnenten den Genuss eines Konzerts zu erlauben.

1945

Schon am 14. November 1945 erklang das erste Nachkriegskonzert in der Turnhalle der freien Waldorfschule. Neben Streichquartetten von Beethoven und Haydn, die schon immer gespielt wurden, kam auch op. 22 von Hindemith zu Gehör. Dr. Sprengel hatte die Konzertbesucher zuvor in einem Vortrag auf das "moderne" Werk — aus dem Jahr 1922 — vorbereitet. Auch in weiteren Konzerten wurden neuere Werke oder Kompositionen gespielt, die in der NS-Zeit nicht aufgeführt werden durften. Es gab nun und in den folgenden Jahren auch eine bewusste Pflege modernerer Kompositionen.
Mit dem sich schnell entwickelnden Musikleben in Hannover wurden viele international bedeutende Künstler und Formationen eingeladen, um reizvolle Programme zu gestalten. Neben dem Quartett oder Trio spielten auch größere Ensembles, zudem wurden Darbietungen wichtiger Sängerinnen und Sänger hin und wieder in das Programm aufgenommen.

1944

Mit zunehmender Verschärfung des Krieges, wurde es immer schwieriger, Konzerte zu veranstalten. Mitte 1944 fand das letzte Konzert in der NS-Zeit statt.

 

"Ein wesentliches Ziel der Aufführungen war es, die Hörer zu eigenem Tun aufzufordern."

 
 

1940

Am 12. Februar 1940 wurde der Name der Musikgemeinde in "Kammermusik-Gemeinde e. V. geändert. Damit wurde der Name dem Tätigkeitsprofil angepasst. Im gleichen Jahr übernahm Dr. jur. Bernhard Sprengel den Vorsitz und wurde zum lange Zeit maßgeblichen Gestalter des hannoverschen Musiklebens. Ein wesentliches Ziel der Aufführungen war, die Hörer zu eigenem Tun aufzufordern. Man ging also davon aus, dass sie ein Instrument spielten. In diesem Sinne wurde auch reines Virtuosentum nicht gern gesehen, die Virtuosität sollte immer "im Dienste des Kunstwerks" stehen.

1937

Heinz Appel musste sich als Vorsitzender der Musikgemeinde gegen Einwände der Reichsmusikkammer hinsichtlich der Programmgestaltung wehren. 1938 bemühte er sich unverdrossen um Aufnahme zeitgenössischer Musik in die Programme, was aber von Beiratsmitgliedern nicht begrüßt wurde, da man "schlagartigen Rückgang der Konzertbesuche" befürchtete.   

1929

Die "Musikgemeinde Hannover" wurde unter maßgeblichem Einfluss des Fabrikanten Heinz Appel gegründet. Bereits kurz nach der Gründung hatten sich 750 Mitglieder angemeldet. Das erste Konzert fand im Oktober 1929 mit dem Guarneri Quartett statt. Nach 1933 sank die Mitgliederzahl stark ab, was wohl auch damit zu erklären war, dass die Mitgliedschaft vielfach als rückständig im "Zeichen der neuen Zeit"  angesehen wurde. Nachdem Zugeständnisse - verbilligte Eintrittskarten - an politisch gelenkte Kulturorganisationen gemacht waren, konnte die Musikgemeinde sich ungestört ihrem Satzungszweck widmen, nämlich "gute Musik  (...) durch künstlerisch hochstehende Veranstaltungen des Vereins zu fördern und zu pflegen". Allerdings waren nicht genehme Künstler und Komponisten ab März 1933 von den Aufführungen ausgeschlossen. Auch die Mitgliedschaft von "Nichtariern" im Verein wurde zunehmend von außen kritisiert, wie viele andere in der Zeit versuchte man zu "lavieren".

1872

In Hannover wurde der "Verein für Kammermusik" gegründet, dem 1886 ein zweiter gleichnamiger Verein folgte. Ende des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Konzerte lokaler Formationen angeboten, das Interesse des Publikums ließ indessen nach.